msv3

 

Wir machen Sie fit für MSV3!

Die MSV3-Umstellung ist in vollem Gange und soll bis zum 1. Januar 2015 in allen Apotheken abgeschlossen sein. Das neue System hat viele Vorteile, so optimiert es beispielsweise die Bestellabläufe zwischen Apotheke und Großhandel und ist durch seine Flexibilität eine technische Basis für zukünftige Leistungserweiterungen.

MSV3 – kein neuartiger Virus, sondern das neue Bestellverfahren zwischen Apotheke und pharmazeutischem Großhandel

Seit 1985 erfolgt die elektronische Auftragsübermittlung zwischen den Warenwirtschaftssystemen von Apotheke und pharmazeutischem Großhandel über das sogenannte MSV2 Protokoll (MSV = Medium Speed Version). Dabei handelt es sich um eine serielle Verbindung per Modem. Seriell bedeutet, dass die „Datenteilchen“ (Bit) nacheinander über Leitung oder Funk übermittelt werden. Dies bedeutet eine Einschränkung in der Datenmenge und der Übertragungsgeschwindigkeit.

Mit diesem System werden bis heute die Aufträge der Apotheke an den pharmazeutischen Großhandel gesendet und Defektmeldungen vom Großhandel an die Apotheken zurückgemeldet. Eine darüber hinaus gehende Übermittlung anderer Wirtschaftsdaten oder die Nutzung für Servicefunktionen kann über die MSV2-Norm nicht realisiert werden.

MSV3 als Nachfolger ist ein zeitgemäßes internetbasiertes System. Es wird seit dem 1. Oktober 2013 in den Apotheken eingeführt. An seiner mehrjährigen Entwicklung, Abstimmung und Optimierung wurde von allen Seiten mitgearbeitet: der DAV für die Apotheken, der Phagro für die Großhändler sowie ADAS und ADG für die Apotheken-Softwarehäuser.

Das Hauptanliegen aller Beteiligten dabei war, die Bestellabläufe zwischen Apotheke und Großhandel zu standardisieren und optimieren. Durch mehr Flexibilität wurde zudem eine technische Basis für mögliche Leistungserweiterungen in der Zukunft geschaffen.

Bis zum 1. Januar 2015 sollen alle Apotheken auf dieses System umgestellt sein.

Die wichtigsten Infos zu MSV3 auf einen Blick:

  • das Internet als neue technische Plattform paralleler Datenübermittlung
  • Schnellere Auftragsübermittlung: 10 – 1.000 mal schneller (je nach Internetanbindung)
  • Umgekehrte Auftragsübermittlung: Aufträge werden ausschließlich aktiv von der Apotheke gesendet, manuell oder automatisch über die Warenwirtschaft. Der Abruf durch den Großhandel entfällt.
  • Viele Aufträge - eine Lieferung: Die Apotheke vereinbart mit dem Großhandel ein Bestellfenster. Alle in diesem Zeitraum gesendeten Einzelaufträge werden vom Großhandel zu einer minimalen Anzahl von Aufträgen gebündelt und mit der zugewiesenen Tour ausgeliefert. Das Ende der Bestellzeit definiert die absolute Bestellschlusszeit für die nachfolgende Auslieferung.
  • Unmittelbare und zeitlich unabhängige Auftragsübermittlung: Die Übermittlung der Aufträge kann jederzeit an den Großhandel erfolgen. Das heißt: Wird der Bedarf in der Apotheke erkannt, kann dieser sofort an den Großhandel übermittelt werden und wird automatisch bis zum Ende der Bestellzeit reserviert und dann kommissioniert.
  • Sichere Verfügbarkeitsabfrage: Die sofortige Auftragsübermittlung ermöglicht, dass Artikel, deren Verfügbarkeit festgestellt wurde, für den nächsten Auftrag sofort „reserviert“ werden. Die individuellen Web-Lösungen von Großhandel und Softwarehäusern entfallen.
  • "Vorsortierte“ Aufträge durch Auftragskennungen: In Abstimmung mit dem Großhandel können Einzelaufträge durch die Angabe einer Kennung (z.B. für Automatenware, Abholer) zusammengefasst und „sortiert“ ausgeliefert werden. Die Kennung wird auf der Wanne von außen sichtbar und auf den Lieferdokumenten ausgewiesen.
  • Perspektive für die Zukunft: Die Internet-Plattform bietet mittel- und langfristig eine technische Plattform für das Bereitstellen weiterer Prozessautomatisierungen und zur Verbesserung der Lieferbereitschaft. In der Diskussion sind u. a. ein elektronischer Lieferschein, Retourenautomatisierung etc.

Checkliste MSV3: Was in der Apotheke bei der Umstellung zu beachten ist


Entstehen für die Apotheken Kosten durch die Umstellung? Nein. Kosten entstehen evtl. nur für die Schaffung der technischen Grundvoraussetzungen, wie Internetzugang oder eine MSV3-fähige Softwareversion.
Wird ein Internetanschluss benötigt? Ja. Sie benötigen für MSV3 einen Internetanschluss mit einer Bandbreite von mindestens 64 KB/Sec. DSL ist keine Voraussetzung, ermöglicht aber eine noch schnellere Auftragsübermittlung.
Bieten alle EDV-Anbieter und Großhändler  die gleichen Funktionen mit MSV3 an? Ja. MSV3 ist eine Normierung, die es ermöglicht, einheitliche Leistungen anzubieten. Zusätzliche Funktions- bzw. Leistungserweiterungen müssen/können zwischen Großhandel und Apotheke vereinbart werden.
Ändern sich durch MSV3 die Abläufe in der Apotheke? Ja. Der Großhandel ruft die Aufträge nicht mehr ab, die Apotheke muss diese aktiv senden. Bei der Auftragsübermittlung bestimmt der Apotheker innerhalb seines Bestellfensters selbst, wann der Auftrag übermittelt wird.
Kann ich die Bestellfenster zur Bestellübermittlung selbst festlegen? Sie besprechen das Bestellfenster mit ihrem Großhandel und vereinbaren dann eine passende Zeit.

Kann ich bei einigen Großhändlern/ Lieferanten mit MSV2 und bei anderen mit MSV3 bestellen?

Ja. Ein Parallelbetrieb ist möglich, Sie müssen nicht alle Großhändler/Lieferanten gleichzeitig umstellen. Sie können ohne Einschränkungen bis zum Ende der Einführungszeit mit MSV2 und MSV3 bestellen.
Was muss ich mit meinem Großhandel abklären? Klären Sie, ob ihr Großhandel bereits MSV3 anbieten kann. Wenn ja, fordern  sie Ihre Zugangsdaten an.
Mit wem muss ich den Umstellungszeitpunkt abstimmen? Mit dem Softwarehaus und dem Großhandel.
Wie lange habe ich Zeit auf das neue Verfahren umzustellen? Ziel der beteiligten Marktpartner ist, bis Ende 2014 auf MSV3 umzustellen. Die endgültige Ablösung der allgemeinen Bestellübertragung per Telefonleitung ist für den 1. Januar 2015 geplant.
An wen wende ich mich, wenn ich auf MSV3 umstellen will? Zuerst an ihr Softwarehaus, anschließend sprechen Sie dann mit Ihrem Großhändler.

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